Markus-Reinhardt-Ensemble live in Hennef

Markus Reinhardt

Markus Reinhardt

Markus Reinhardt und Krystiane Vajda

Markus Reinhardt und Krystiane Vajda

(13.9.2021, dmg) Markus Reinhardt – Kölner Violinist und Großneffe des weltberühmten, französischen Jazz- und Zigeunergitarristen Django Reinhardt – kommt mit seinem Ensemble nach Hennef. Das Ensemble besteht neben Reinhardt an der Violine aus der Sängerin Krystiane Vajda, den Gitarristen Janko Wiegand und Zoltán Püsky sowie Andreas Schilling am Kontrabass. Das Markus-Reinhardt-Ensemble spielt am 9. November um 20 Uhr in der Meys Fabrik, Beethovenstraße 21. Tickets (25 Euro) gibt es bei www.bonnticket.de online sowie an allen BonnTicket-Vorverkaufsstellen, in Hennef in der Buchhandlung am Markt. Veranstalter des Konzertes ist das Kulturamt der Stadt in Kooperation mit dem Kulturverein Hennef e.V. Zutritt nach 3G bzw. den Regularien der im November gültigen Corona-Schutzverordnung!

Das Konzert mit dem Markus-Reinhardt-Ensemble war bereits für 2020 geplant, damals als Teil der von Markus Reinhardt geplanten Fahrt in einem „Zigeunerwagen“ von Auschwitz nach Köln, um an die Verfolgung von Sinti und Roma in der NS-Zeit und ihre Reise zurück nach der Befreiung zu erinnern. Das Konzert musste dann aber aus bekannten Gründen immer wieder verschoben werden und kann 2021 endlich stattfinden.

Markus-Reinhardt gründete schon mit 16 Jahren 1975 das Markus-Reinhardt-Ensemble. Die Gruppe ist in der Tradition Django Reinhardt groß geworden und hat vor dem Hintergrund der traditionellen Zigeunermusik einen eigenständigen Sound entwickelt, der offen für vielfältige Einflüsse ist, sich aber doch eine eigene Identität bewahrt. So lädt das Ensemble immer wieder internationale Gäste ein. Neu ist die Zusammenarbeit mit der Künstlerin und Sängerin Krystiane Vajda. Sie erweitert das Ensemble mit Chansons und Swing der 30 und 40 Jahre in eigenen Interpretationen erweitern. So hebt sich der Klang des Ensembles deutlich von gängigen Sinti-Swing-Gruppen ab: Das Ensemble reproduziert nicht einfach Musikstile der Vergangenheit, sondern verarbeitet seine eigene Lebenswirklichkeit.

Markus Reinhardt selbst trat schon als Sechsjähriger trat er mit Vater und Onkel auf und spielte dabei traditionelle Zigeunermusik. Er wollte aber auch schon früh andere Musik kennenlernen. Besonders hatten es ihm die alten Platten seines Vaters mit den legendären Aufnahmen des „Hot Club de France“ mit Django Reinhardt und Stephane Grappelli angetan. Mit 17 Jahren gründete er mit seinen Cousins Janko Wiegand und Janosch Lehmann – beide Gitarristen – seine erste Gruppe. Wenig später kam der Kontrabassist Andreas Schilling dazu, und die Gruppe wurde durch verschiedene Festivals, später auch durch Rundfunk- und Fernsehauftritte bekannt. Auch in den folgenden Jahren erweiterte Markus Reinhardt seine musikalischen Grenzen: Er traf auf Stephane Grappelli, wirkte bei Aufführungen von Werken moderner Komponisten mit und bereicherte das Ensemble mit wechselnden Gastmusikern wie dem Schlagzeuger Jaki Liebezeit, dem Perkussionisten Ramesh Shotam oder dem DJ Rupen Gehrke.

Janko Wiegand (Rhytmusgitarre) ist zusammen mit Markus auf einem Zigeunerplatz in Köln aufgewachsen. Auch er lernte sein Instrument vom Vater und spielte schon als Kind in dessen Gruppe mit. Seine fortwährende Liebe zu den alten Django-Reinhardt-Aufnahmen stellt sicher, dass der Klang der Gruppe seinen Bezug zu dieser Herkunft nicht verliert. Seine unverwechselbare Art der Gitarrenbegleitung gibt dem Ganzen darüber hinaus einen eigenständigen und besonderen Charakter.

Zoltán Püsky (Sologitarre) ist in Budapest geboren und aufgewachsen. Seit seinem 13. Lebensjahr tritt er als professioneller Gitarrist auf. Er studierte klassische Gitarre an der Musikhochschule Köln. Als Jazzmusiker ist er eine Ausnahmeerscheinung: Er verbindet improvisatorische Virtuosität mit einer umfassenden musikalischen Bildung, was ihm eine enorme stilistische Bandbreite ermöglicht. Durch seine Herkunft ist er außerdem mit der ungarischen Zigeunermusik vertraut und ist so für die Gruppe unverzichtbar geworden.

Andreas Schilling (Kontrabass) studierte Musik und Kunst an der Musikhochschule Köln und der Universität Düsseldorf. Er interessierte sich schon früh für Zigeunermusik und besonders für die von Django Reinhardt. Seit 1977 gehört er dem Markus Reinhardt Ensemble als Kontrabassist, Komponist und Arrangeur an. Andreas Schilling komponiert auch Filmmusik und Neue Musik. 1995 erhielt er den Filmmusikpreis der Deutschen Phono-Akademie, 2002 wurde er für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. In der Formation „solex mechanics“ produziert er zusammen mit dem Münchener DJ Rupen Gehrke Club-Remixe von Django Reinhardt-Aufnahmen

Redaktioneller Hinweis aus aktuellem Anlass: Das im Beitrag vorkommende Wort Zigeuner übernehmen wir aus den Textvorlagen und Infos von Markus-Reinhardt selbst.