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Busbahnhof: Erste Maßnahme vor Baubeginn

(01.03.2010, dmg) Als erster Schritt für die im Juni beginnende vollständige und barrierefreie Modernisierung des 30 Jahre alten Zentralen Busbahnhofes sind am 28. Februar am Hennefer Busbahnhof Bäume gefällt worden. Dazu wurden der Busbahnhof selber und die Bahnhofstraße von 6 bis 18 Uhr komplett gesperrt, da die Bäume nicht bei laufendem Busbetrieb gefällt werden konnten. Die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) leitete den Busverkehr um und informierte vor Ort ihre Kunden durch Mitarbeiter. Mitarbeiter des Ordnungsamtes standen außerdem als Ansprechpartner bereit. Die Fällungen der 45 Bäume musste aufgrund der Regelungen im neuen Bundesnaturschutzgesetz vor dem 1. März erfolgen und wurde nun kurzfristig in die Wege geleitet, nicht erst, wie ursprünglich geplant, Mitte März. Der Sonntag ist für eine solche Maßnahme der günstigste Tag, da der Busverkehr an Sonntagen ohnehin nur reduziert läuft.



Nicht alle Bäume fallen, neue Bäume werden gepflanzt


Grund für das notwendige FälIen der Bäume war der Umbau des Busbahnhofes im Sommer und die Probleme, die die Platanen bereits jetzt für einen barrierefreien Busbahnhof bereiten. Zurzeit bilden die Platanen durch das massive Wachstum ihrer Wurzeln Gefahrenstellen. Das Straßenpflaster weist Wurzelkanten und Verwerfungen von über drei Zentimetern Höhe auf und stellt somit ein erhebliches Hindernis, an verschiedenen Stellen sogar eine echte Stolpergefahr dar. Kaum zumutbar für ältere und gehbehinderte Menschen.

Ohnehin haben sich Platanen mittlerweile nach einigen Jahrzehnten ihrer Verwendung entlang von eng bebauten Straßen und auf städtischen Plätzen als ungeeignet erwiesen. Platanen entwickeln sich ausgesprochen expansiv und führen an Stellen mit gepflastertem Umfeld zu Problemen, da ihre Wurzeln vorwiegend in das sandige oberflächennahen Pflasterbett eindringen und es anheben.

Eine Sanierung der Baumscheiben am Busbahnhof würde an vielen Bäumen die Wege für Fußgänger weiter einengen und wäre daher mit einer Zunahme von Barrieren verbunden. Die bereits vor zwei Jahren durchgeführte Sanierung auf der gegenüberliegenden Seite – an der Passage zum Stadtsoldatenplatz – und in der Kurhausstraße haben außerdem gezeigt, dass auch bei Vergrößerung der Baumscheiben und dem Einbau von Spezialsubstrat das oberflächennahe Wurzelwachstum nicht nachlässt.

Die Grünflächenkommission der Stadt Hennef, die im Oktober 2008 vor Ort ausführlich das Thema Busbahnhof erörtert hat, hat sich allerdings für den Erhalt der Platanen entlang der dem Busbahnhof gegenüberliegenden Seite der Bahnhofstraße ausgesprochen. Auch der Ökumenische Umweltkreis Hennef, der die Fällung der Bäume am Busbahnhof zunächst kritisiert hatte, hatte zwischenzeitlich in einem Schreiben an das Umweltamt der Stadt erklärt, er könne die Gründe für die Fällung nachvollziehen. Er regt allerdings an, möglichst viele neue Bäume zu pflanzen.

Fakt ist: Es werden nicht alle Bäume im Umfeld des Busbahnhofes fallen. Auch die Bäume am Kiosk bleiben erhalten. Und beim Umbau des Platzes sollen neue Bäume gepflanzt werden, allerdings nicht mehr so viele, wie zurzeit, da damit über kurz oder lang wieder ähnliche Probleme geschaffen würden. Geplant sind rund 10 bis 15 neue Bäume.

Umbau 2010: Neuer Busbahnhof wird barrierefrei


Ein Umbau des 30 Jahre alten Hennefer Busbahnhofes ist nötig, da er im noch bestehenden Zustand erhebliche Mängel und Sicherheitsprobleme aufweist und nicht barrierefrei ist. Auf Empfehlung der RSVG hatte die IGS Ingenieurgesellschaft Stolz mbH bereits im Juni 2006 die Umgestaltung des Busbahnhofs untersucht und dabei vor allem den momentanen Zustand unter die Lupe genommen. Die Untersuchung bescheinigte wesentliche Mängel beim Betriebsablauf, der Führung der Fahrgäste und der Sicherheit für Fußgänger, die nur durch einen Neubau abgestellt werden können. Die neue Gestaltung des Busbahnhofes ist mit der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) abgestimmt und wird von einer sehr breiten Mehrheit der Hennefer Stadtverordneten und der Hennefer Grünflächenkommission getragen.

Am neuen Busbahnhof werden vier Bussteige mit jeweils bis zu vier Wartepositionen für Linienbusse gebaut. Dadurch gelingt es, die Fußgängerüberwege auf klar geregelte Bereiche zu konzentrieren – die Sicherheit für Fußgänger steigt also. Außerdem ermöglicht die Lösung eine flexible Abwicklung des Busbetriebes. Bei der Gestaltung des Busbahnhofes wird natürlich auch auf Barrierefreiheit Rücksicht genommen, so dass zukünftig eine problemlose Nutzung des gesamten Areals beispielsweise für Rollstuhlfahrer oder Personen mit Kinderwagen möglich ist. Gebaut wird außerdem eine neue Toilettenanlage. Langfristig ist außerdem vorgesehen, die Treppenanlage zur Bahnunterführung umzubauen und eine neue Lösung für den Kiosk zu finden.

Eine schirmartige Überdachung des neuen Busbahnhofes wird Wartenden bestmöglichen Komfort bieten und genügend Platz gerade für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, wie gehbehinderte Menschen, Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen lassen. Eine helle Beleuchtung wird Wartenden auch am Abend und nachts eine hohe Sicherheit gewährleisten. Darüber hinaus ermöglichen sie die Neubegrünung parallel auf der dem Busbahnhof zugewanden Seite der Bahnhofsstraße.

Kosten und Fördermittel


Der Umbau des Busbahnhofes einschließlich der neuen Überdachung wird vom „NahverkehrRheinland“ (NVR) mit 85 Prozent gefördert. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 2,652 Millionen Euro geschätzt.